Computer Lebenslauf Teil 1

Angefangen hat bei mir alles in der Schule, es war so ca. 1985, den C64 gab es damals schon – im Westen, nicht bei uns. Es gab Gerüchte, dass dieser oder jener aus unserer Schule auch so einen Computer hat. Dann gab es irgendwann in diesem Jahr so eine gezwungene Arbeitsgemeinschaft nachmittags in der Schule. Es gab einige zur Auswahl, eine war eine Computer AG – es sollte dort auch ein Mann aus einem großem Betrieb kommen, dort wo wir produktive Arbeit als Unterrich leisteten. Der Mann sollte auch einen Computer mitbringen, klang interessant, also habe ich mir diese AG ausgesucht. Bei dem Computer den er mitbringen sollte, dachten wir natürlich an einen C64 – was sonst. Irgendwann ging es dann los und es kam auch einer in die AG der war etwas jünger als ich – aber er besaß so einen C64. Den sollte er demnächst unbedingt auch mal mitbringrn baten wir ihn; ’seid ihr blöd den bring ich doch nicht mit in die Schule‘ war seine Antwort. Der Mann welcher die AG leitete brachte auch wirklich einen Computer mit, allerdings keinen C64 und auch nichts vergleichbares. Es war eine Art auflkappbarer Koffer in dem sein Spielzeug untergebracht war. Die Anzeige dieses Computer war eine 6 oder 8 stellige Digitalanzeige wie man sie aus Taschenrechnern kannte – diese 7-Strich Anzeige mit der man eben alle Zahlen und Buchstaben darstellen kann. Die CPU des Rechners war ein U880, eine nahezu identische Kopie des 8-Bit-Prozessors Z80 von Zilog. Ich zitiere an dieser Stelle mal Wikipedia:

“Der U880 wurde als nicht lizenziertes Plagiat vom VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt mittels Reverse Engineering entwickelt und hergestellt.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/MME_U880

Vom C64 war also in der Kiste nix zu sehen, auch nicht was annähernd ähnlich war. Der Mann zeigte uns dann wie man mit seinem Einzeilen-Rechner addiert. Was er da machte hab ich damals nicht verstanden, irgendwas in Register schreiben oder so ähnlich, zum Schluss seiner Programmiervorführung stand dann das Ergebnis in der Anzeige: eine einstellige Zahl. Der Mann war wahnsinnig begeistert wie toll man damit rechnen kann, man hätte meinen können er hat das Ding selber erfunden so euphorisch war er. Jedenfalls bin ich nicht mehr oft bei der Computer AG gewesen, denn die Chance einen echten Computer wie eben einen C64 dort zu sehen zu bekommen waren extrem gering, und das was dieser ‚DDR-Nerd‘ uns da zeigte war langweilig und auch nicht nachvollziehbar.
Ein Jahr später begann dann meine Lehre wo ich dann mit echten Computern und mit BASIC in Berühhrung kam. Darüber mehr im nächsten Teil.

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